
K.R. Pfiffner AG: Schließung Utzenstorf durch US-Zölle – 80 Jobs
Im Emmental, dort wo die Schweiz noch richtig kleinstädtisch wirkt, stand über Jahrzehnte eine der Maschinenfabriken, auf die das Land stolz sein durfte. Die K.R. Pfiffner AG in Utzenstorf hat hochpräzise Werkzeugmaschinen für die internationale Autoindustrie gefertigt – jetzt ist Schluss. Weil US-Präsident Trump ab August 2025 Strafzölle von 39 Prozent auf Schweizer Importe verhängt hat, stellt das Unternehmen seine Produktion ein. Laut Berichten von Blick sind 80 von 100 Arbeitsplätzen betroffen.
Gründung Pfiffner-Gruppe: 1927 · Betroffene Jobs Utzenstorf: 80 · Produktionsende: Oktober 2025 · Hauptprodukte: Hydromat®- und Rundtaktmaschinen · Standort: Utzenstorf
Kurzüberblick
- Exakte Umsatzzahlen der Pfiffner-Gruppe
- Aktuelle CEO-Identität (Stand 2026)
- Genaues Gründungsdatum der K.R. Pfiffner AG
- August 2025: US-Zölle 39% eingeführt
- Oktober 2025: Produktionsende angekündigt
- Seit über einem Jahr: Kurzarbeit vor Schließung
- Fokus auf Forschung und Entwicklung
- Standort Utzenstorf bleibt für F&E
- Ähnliche Schließungen bei anderen Zulieferern
| Fact | Detail |
|---|---|
| Firmenname | K.R. Pfiffner AG |
| Gruppe | Pfiffner-Gruppe |
| Sitz | Utzenstorf, Schweiz |
| Gründung | 1927 |
| Produkte | Hydromat®-Maschinen |
| Aktuelle Entwicklung | Produktionseinstellung 2025 |
Was macht Pfiffner?
Die K.R. Pfiffner AG gehört zur Pfiffner-Gruppe und hat sich auf hochpräzise Werkzeugmaschinen spezialisiert. Am Standort Utzenstorf im Kanton Bern wurden laut AGVS Hydromat®- und Rundtaktmaschinen für die Autoindustrie gefertigt. Diese Maschinen produzieren Millionen von identischen Teilen – etwa Pleuel, Getriebebauteile oder Bremsteile – mit höchster Präzision.
Die Pfiffner-Gruppe umfasst mehrere Tochterunternehmen, darunter die PFIFFNER Messwandler AG und die Pfiffner Schaltgeräte AG, wie die Berner Zeitung berichtet. Seit ihrer Gründung 1927 hat die Gruppe ihren Schwerpunkt auf Präzisionstechnik gelegt.
Produkte der K.R. Pfiffner AG
Hydromat®-Maschinen sind Rundtaktautomaten, die für die Massenfertigung von Motorteilen eingesetzt werden. Diese Maschinen ermöglichen eine besonders wirtschaftliche Produktion hoher Stückzahlen mit minimalen Toleranzen. Die Autoindustrie war über Jahrzehnte der Hauptabnehmer dieser Technologie.
Pfiffner-Gruppe: Strom und Spannung
Neben den Werkzeugmaschinen fertigt die Gruppe über ihre Tochterunternehmen auch Messwandler und Schaltgeräte. Diese Produkte sind für die Energieverteilung und elektrische Sicherheit in Industrieanlagen konzipiert.
Die Implication: Ohne eigene US-Produktion können Schweizer Zulieferer wie Pfiffner die Zollkosten nicht abfedern und verlieren ihre Wettbewerbsfähigkeit im wichtigsten Exportmarkt.
Wie hoch ist der Umsatz der Pfiffner-Gruppe?
Exakte Umsatzzahlen der Pfiffner-Gruppe sind nicht öffentlich verfügbar. Das Unternehmen ist nicht börsenkotiert und veröffentlicht keine Finanzdaten. Die Berner Zeitung erwähnt lediglich, dass die Gruppe mehrere Standorte in der Schweiz betreibt, darunter neben Utzenstorf auch Hirschthal.
Die Schließung in Utzenstorf steht im Kontext einer Akquisition durch die Fair Friend-Gruppe, wie die Berner Zeitung berichtet. Diese Übernahme änderte jedoch nichts an der strategischen Abhängigkeit vom US-Markt, die jetzt durch die Zölle tödlich getroffen wird.
Finanzdaten der Gruppe
Branchenschätzungen gehen davon aus, dass exportorientierte Schweizer KMU im Maschinenbau durchschnittlich 15 bis 30 Prozent ihrer Umsätze im US-Markt generieren. Bei einem Unternehmen wie Pfiffner, das sich auf die Autoindustrie spezialisiert hat, könnte dieser Anteil sogar höher liegen.
Für ein KMU ohne eigene US-Produktion bedeuten 39-Prozent-Zölle eine Preiserhöhung, die am Markt kaum durchsetzbar ist. Während Großkonzerne wie ABB oder Lindt lokale Fertigung in den USA aufgebaut haben, fehlt Schweizer KMU oft das Kapital für solche Investitionen.
Wer ist der CEO der Pfiffner-Gruppe?
Andreas Ewald ist Firmenchef der K.R. Pfiffner AG und trat bei der Ankündigung der Produktionseinstellung öffentlich auf. Er bezeichnete die US-Zölle als „Todesstoß” für das Unternehmen, wie Blick berichtet. Ewald erklärte, man habe versucht, durch Aufträge aus dem Schwesterwerk in Deutschland eine Lösung zu finden – doch die US-Zölle machten diesen Rettungsversuch unmöglich.
Seine Aussagen zeigen die Verzweiflung eines mittelständischen Unternehmens: „Wir mussten die Notbremse ziehen – so viel zahlt niemand zusätzlich”, zitiert ihn Cash.ch. Ebenso sagte er: „Unsere Kunden zögern – und in solchen Zeiten investiert niemand Millionen”.
Managementwechsel bei Pfiffner
Offizielle Informationen über einen aktuellen Managementwechsel liegen nicht vor. Es ist bekannt, dass die Pfiffner-Gruppe im Rahmen der Akquisition durch die Fair Friend-Gruppe organisatorische Veränderungen durchlaufen hat. Details dazu wurden nicht öffentlich kommuniziert.
Das Pattern: Selbst ein Rettungsversuch mit Aufträgen aus dem deutschen Schwesterwerk konnte die Zollbarriere nicht überwinden – die Abhängigkeit vom US-Markt erwies sich als tödlich.
Wie hoch ist der Lohn bei Pfiffner Messwandler?
Konkrete Lohndaten für die Pfiffner-Unternehmen sind nicht öffentlich verfügbar. Unternehmen dieser Größe in der Schweizer Maschinenbauindustrie zahlen laut Branchenverbänden üblicherweise Löhne im Bereich von 5.000 bis 8.000 Franken für Fachkräfte, abhängig von Qualifikation und Berufserfahrung.
Bemerkenswert ist, dass das Kader bei Pfiffner vor der Schließung eigenen Angaben zufolge auf Lohn verzichtete, um Arbeitsplätze zu retten. Diese Maßnahme zeigt, wie ernst die Lage bereits vor dem endgültigen Aus war.
Gehälter bei Pfiffner-Unternehmen
Schweizer Präzisionsmaschinenhersteller zahlen typischerweise tarifähnliche Löhne, die über dem Branchendurchschnitt liegen. Lehrabschlüsse werden mit 4.500 bis 5.500 Franken entlohnt, Berufseinsteiger mit FH-Abschluss erreichen oft 6.000 bis 7.000 Franken.
Was dies bedeutet: Die Bereitschaft des Kadres, auf Lohn zu verzichten, dokumentiert den Ernst der finanziellen Situation – ein Szenario, das letztlich trotzdem nicht ausreichte.
Warum endet die Produktion der K.R. Pfiffner AG in Utzenstorf?
Die Produktion endet nicht an einem einzelnen Tag, sondern crescendo. Am 12. Oktober 2025 kündigte die K.R. Pfiffner AG die Einstellung der Produktion an, wie Cash.ch berichtet. Das formelle Produktionsende ist für Oktober 2025 geplant.
Der Grund ist klar: US-Präsident Trump verhängte im August 2025 Strafzölle von 39 Prozent auf Schweizer Importe. Diese Zölle treffen Schweizer KMU besonders hart, weil sie – anders als Großkonzerne – keine lokale Fertigung in den USA haben, um die Kosten abzufedern.
Die 39-Prozent-Zölle auf Schweizer Importe stehen im krassen Gegensatz zur EU-US-Einigung, die für europäische Produkte nur 15 Prozent vorsieht. Das EU-Benzin-Auto-Verbot ab 2035 verunsichert zudem die Kunden von Pfiffner zusätzlich, wie Blick berichtet.
Gründe für die Schließung
Drei Faktoren trafen zusammen:
- Absatzrückgang durch den Umstieg auf Elektromobilität: Verbrennungsmotoren enthalten weniger Präzisionsteile als ihre Elektro-Pendants
- Unsicherheit durch das EU-Benzin-Auto-Verbot ab 2035 veranlasst Autohersteller zu Investitionsstopps
- Die 39-Prozent-US-Zölle machten Exporte in den wichtigen US-Markt praktisch unmöglich
Auswirkungen auf Mitarbeiter
80 von 100 Mitarbeitenden verlieren ihren Job, darunter 13 Lernende. TeleBärn berichtete bereits am 10. Oktober 2025 über die bevorstehenden Stellenstreichungen. Das Kader hatte bereits seit über einem Jahr auf Lohn verzichtet – ein letzter Rettungsversuch, der nicht ausreichte.
Bestätigt und unklar
Bestätigte Fakten
- Produktion in Utzenstorf endet im Oktober 2025
- 80 Jobs betroffen, davon 13 Lernende
- 39-Prozent-US-Zölle als Auslöser
- Gründung der Pfiffner-Gruppe 1927
- Produkte: Hydromat®-Maschinen
- Standort: Utzenstorf BE
- Firmenchef: Andreas Ewald
- Schwesterwerk in Deutschland konnte nicht helfen
Unklare Punkte
- Exakter Umsatz der Pfiffner-Gruppe
- Aktuelle CEO-Identität (Stand 2026)
- Genaues Gründungsdatum der K.R. Pfiffner AG
- Rechtliche Schritte gegen die Schließung
- Zukünftige Verwendung des Standorts
- Details zur Akquisition durch Fair Friend-Gruppe
Zeitleiste: So kam es zur Schließung
Die Chronologie zeigt, wie sich die Krise schrittweise zuspitzte.
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| 1927 | Gründung der Pfiffner-Gruppe |
| August 2025 | US-Zölle von 39% auf Schweizer Importe eingeführt (AGVS) |
| Seit 2024 | Kurzarbeit bei Pfiffner eingeführt, Kader verzichtet auf Lohn (Blick) |
| 10. Oktober 2025 | TeleBärn berichtet über bevorstehende Stellenstreichungen |
| 12. Oktober 2025 | Offizielle Ankündigung der Produktionseinstellung (Cash.ch) |
| Oktober 2025 | Formelles Produktionsende |
Die Zeitleiste zeigt, wie sich die Krise über Jahre aufgebaut hat. Bereits vor den US-Zöllen kämpfte Pfiffner mit dem Absatzrückgang durch die Elektromobilität. Die Zölle waren dann der endgültige Todesstoß.
Zitate und Stimmen
Wir mussten die Notbremse ziehen – so viel zahlt niemand zusätzlich.
— Andreas Ewald, Firmenchef K.R. Pfiffner AG
Unsere Kunden zögern – und in solchen Zeiten investiert niemand Millionen.
— Andreas Ewald, Firmenchef K.R. Pfiffner AG
Schweizer Garagisten bekommen die Auswirkungen der Zölle vor allem indirekt zu spüren. Die Kostenerhöhungen werden über die Lieferketten weitergegeben.
— Markus Aegerter, Geschäftsleitung AGVS
Vergleich: Andere Schweizer Unternehmen unter Druck
Pfiffner ist nicht das einzige Schweizer Unternehmen, das unter den US-Zöllen leidet. Die Auswirkungen unterscheiden sich jedoch je nach Unternehmensgröße und Marktpräsenz.
| Unternehmen | Betroffenheit | Strategie |
|---|---|---|
| K.R. Pfiffner AG | Hoch – keine US-Produktion | Produktionseinstellung |
| Mubea Präzisionsstahlrohr AG (Arbon) | Hoch – 140 Stellen gestrichen | Produktion bis H1 2026 |
| Autoneum (Winterthur) | Gering – US-Produktion vorhanden | Keine direkten Auswirkungen |
| Feintool, Komax | Gering – globale Präsenz | Ausgleich durch andere Märkte |
| ABB | Mittel – beobachtet Situation | Anpassung der Lieferketten |
| Lindt | Minimal – lokale US-Produktion | Produktion vor Ort |
Das Muster ist klar: Großkonzerne mit US-Fertigung sind robust, KMU ohne lokale Präsenz trifft es tödlich.
Was kommt jetzt für die Branche?
Nach der Schließung in Utzenstorf plant Pfiffner einen Fokus auf Forschung und Entwicklung. Der Standort soll erhalten bleiben – allerdings ohne Produktion. Diese Verlagerung ist typisch für Unternehmen, die ihre Kernkompetenz bewahren wollen, während sie die kostenintensive Fertigung aufgeben.
Die AGVS, der Schweizer Garagistenverband, beobachtet die Entwicklung genau. Markus Aegerter von der Geschäftsleitung warnt vor indirekten Auswirkungen auf die gesamte Branche. Wenn Zulieferer schrumpfen, steigen die Kosten für alle.
Die Zukunft der Schweizer Präzisionsmaschinenfertigung hängt davon ab, ob weitere Zolleskalationen vermieden werden können. Während die EU mit den USA eine Einigung auf 15 Prozent gefunden hat, bleibt die Schweiz im Handel mit den USA weitgehend isoliert.
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srf.ch, staging.imticker.ch, 20min.ch, bundesregierung.de, 20min.ch, telebaern.tv, neo1.ch
Die 39-Prozent-US-Zölle unter Trump, die K.R. Pfiffner AG in Utzenstorf zum Produktionsstopp zwangen, wurden nun vom Supreme Court annulliert Trump-Zölle Supreme Court annulliert Trump-Zölle.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt die Pfiffner-Gruppe?
Die Pfiffner-Gruppe ist ein Schweizer Familienunternehmen mit Sitz in Utzenstorf. Sie umfasst mehrere Tochterunternehmen: die K.R. Pfiffner AG (Werkzeugmaschinen), die PFIFFNER Messwandler AG und die Pfiffner Schaltgeräte AG.
Wo produziert Pfiffner noch?
Nach der Schließung in Utzenstorf bleibt der Standort für Forschung und Entwicklung erhalten. Über die Produktionskapazitäten anderer Gruppenmitglieder liegen keine öffentlichen Informationen vor.
Wie wirkt sich die Schließung auf die Region aus?
Mit 80 verlorenen Arbeitsplätzen in Utzenstorf verliert das Emmental einen bedeutenden Arbeitgeber. Die Region war historisch stark von der Industrieproduktion abhängig. Sozialpläne und Umschulungsangebote werden derzeit ausgehandelt.
Gibt es neue Jobs bei Pfiffner?
Nach aktuellem Stand werden keine neuen Produktionsjobs geschaffen. Der Fokus liegt auf Forschung und Entwicklung. Für entlassene Mitarbeiter bieten sich möglicherweise Chancen bei anderen Maschinenbauunternehmen in der Region.
Was ist der Fokus der Forschung bei K.R. Pfiffner?
Die genauen Forschungsschwerpunkte wurden nicht öffentlich kommuniziert. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass das Unternehmen seine Expertise in Präzisionstechnik für neue Anwendungsfelder nutzen wird – möglicherweise abseits der Automobilindustrie.
Welche Maschinen exportiert Pfiffner?
Pfiffner exportierte Hydromat®-Rundtaktmaschinen hauptsächlich in die USA, nach Deutschland und in andere europäische Märkte. Die Maschinen sind auf die Produktion von Verbrennungsmotor-Teilen spezialisiert, deren Markt durch die Elektromobilität schrumpft.
Wie unterscheiden sich die US-Zölle für die Schweiz von der EU?
Die Schweiz bekommt 39-Prozent-Zölle auf ihre Exporte in die USA, während die EU von einer EU-US-Einigung auf 15 Prozent profitiert. Dieser Unterschied von 24 Prozentpunkten macht Schweizer Exporte in den US-Markt deutlich teurer als europäische Konkurrenzprodukte.
Wie viel Umsatz macht die Pfiffner-Gruppe?
Exakte Umsatzzahlen sind nicht öffentlich verfügbar, da die Gruppe nicht börsenkotiert ist. Branchenschätzungen zufolge generieren exportorientierte Schweizer KMU im Maschinenbau durchschnittlich 15 bis 30 Prozent ihrer Umsätze im US-Markt – bei Pfiffner könnte dieser Anteil aufgrund der Autoindustrie-Abhängigkeit noch höher liegen.